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Herausforderung Verpackung - Einweg, Mehrweg, Plastik oder Glas?

Jeder kennt ihn, auf vielen Produkten ist er aufgedruckt. Doch wofür genau steht er? Die Rede ist von „Der Grüne Punkt“. Wir beleuchten, was sich hinter dem allzeit präsenten und doch so unterschätzten System verbirgt, welcher Zusammenhang zu unseren Produktverpackungen besteht und wieso Glas für uns keine angemessene Alternative darstellt.

Raab Vitalfood hat  sich bei den Kapseldosen bewusst für die Verwendung von Polypropylen-Verpackungen, kurz PP, entschieden. Welche Gründe zu dieser Entscheidung geführt haben, möchten wir im Folgenden näher erläutern.

Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland

Jedes Unternehmen, das verpackte Ware in Umlauf bringt – sowohl über Ladengeschäfte als auch über einen Online-Shop – ist dazu verpflichtet, für die fachgerechte Entsorgung und Aufbereitung von Kunststoffen zu sorgen. Um Industrie und Handel dabei zu unterstützen und zu entlasten, wurde 1991 „Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH“ gegründet und gewährleistet seither eine fachgerechte Sammlung, Aufbereitung und Wiederverwertung von Verpackungen. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und Treibhausgase einzuschränken, indem immer mehr Wertstoffe in geschlossenen Kreisläufen gehalten werden.

Raab Vitalfood bezahlt für jede Dose, die in Umlauf gebracht wird, einen festgesetzten Beitrag an das Duale System Deutschland und trägt somit zur fachgerechten Entsorgung und Weiterverarbeitung von Verpackungsmaterialien bei.

Kreislauf statt Entsorgung

Hierzulande fallen jährlich etwa 6 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle an (Stand 2015), davon fast 85 % nach dem Gebrauch der Kunststoffe. Der restliche Anteil fällt bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen an.

In Deutschland werden nahezu 99 % aller gesammelten Kunststoffabfälle aufbereitet und verwertet. Fast die Hälfte davon wird werk- und rohstofflich genutzt, der Rest wird energetisch verwertet. Sie bleiben somit im Kreislauf erhalten und bekommen eine zweite Verwendung. Nur ein Bruchteil von weniger als 1 % landet deutschlandweit tatsächlich auf Deponien – hauptsächlich Kunststoffe, die mit Bauabfällen verbunden sind. Es kann also mit Sicherheit gesagt werden, dass in Deutschland fachgerecht entsorgte Kunststoffabfälle nicht im Meer landen.

Kapseldosen aus Polypropylen versus Polyethylen

Wie eingangs bereits erwähnt, verwenden wir für unsere Kapseldosen Polypropylen (PP). Dieser ist in seinen Eigenschaften dem Polyethylen (PE) sehr ähnlich und hat zahlreiche Einsatzgebiete. Kein Wunder also, dass PP mit einem Marktanteil von 21 % in Deutschland den zweiten Platz der meistverwendeten Verpackungsmaterialien nach PE belegt. Polypropylen gibt es erst seit den 50er Jahren und ist somit noch recht jung. Trotz der großen Ähnlichkeit der beiden Kunststoffe: Es gibt mehrere entscheidende Vorteile von PP gegenüber PE.

  • Beim Polypropylen wurde für die Herstellung von Erdöl auf das deutlich effizientere Erdgas als Basis umgestellt, sodass PP heute zu den rohstoff-effizientesten Standardkunststoffen pro Masseneinheit an Neukunststoff zählt.
  • Das PP, welches im Haushalt anfällt, wird durch das Duale System Deutschland flächendeckend direkt vor der Haustüre eingesammelt. Mittels komplexer Technologien können die verschiedenen Kunststoffarten maschinell sortiert werden. Es wird eine Sortenreinheit von etwa 98 % erzielt, sodass effizientes Recycling ermöglicht wird.
  • PP ist gut geeignet für Recycling. Auch bei der thermischen Verwertung ist PP unkompliziert, da lediglich Wasser und Kohlenstoff entstehen, viel Energie freigesetzt wird und fossile Rohstoffe eingespart werden.
  • Die Energie, die zur Produktion von PP notwendig ist, kann durch Verwendung von Rezyklat (aufbereiteter Alt-Kunststoff) drastisch gesenkt werden. Gebrauchte Verpackungen können geschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet oder zu Regranulat verarbeitet werden.

Wieso Einweg-Glas nicht wirklich eine bessere Alternative zu Plastik ist

Aus hygienischer Sicht ist Glas für den Lebensmittelsektor ebenso gut geeignet wie Plastik. Problematisch zu sehen ist Glas jedoch zum einen aus Sicht des Qualitätswesens, da Glas schneller kaputt geht und sich Glassplitter unter die Rohstoffe und unsere Produkte mischen könnten. Um sicher zu gehen, dass durch Glasbruch keine Gesundheitsgefahr und kein Verletzungsrisiko für den Endkunden ausgehen, müsste somit die komplette Rohware vernichtet werden, welche eventuell durch Glassplitter verunreinigt wurde. Zum anderen ist Glas schwerer als Plastik, wodurch das Transportgewicht steigt und eine schlechtere Ökobilanz die Folge ist. Beim Einsatz von Einweg-Glas ist zudem der Energieverbrauch beim Einschmelzen der Glasbehälter und folglich der CO2-Ausstoß äußerst hoch. Außerdem interessant zu wissen: Sämtliches Glas, welches gängigerweise für die Verpackung von Nahrungsergänzungsmitteln und auch Kosmetika verwendet wird (bekannt als pharmazeutisches Glas), ist immer frisch hergestelltes Glas aus neuen Rohstoffen und besteht nicht aus recyceltem Glas. Dies ist auf gesetzlicher Ebene vorgeschrieben.

Fortschritt statt Stillstand

Wir sind uns der großen Problematik hinsichtlich Plastik, Nachhaltigkeit und Umweltschutz bewusst und arbeiten fortlaufend daran, unsere Verpackungen zu überdenken und zu optimieren. Dafür stehen wir in permanentem Gespräch und Austausch mit unserem Verpackungshersteller, welche neuartigen Entwicklungen und Alternativen es im Verpackungsbereich gibt. So waren wir beispielsweise auch mit die Ersten (und sind immer noch einer der Wenigen), die bereits vor mehreren Jahren auf die Aluminiumbeschichtung in unseren Dosen verzichtet und stattdessen Siliciumoxid (eine Art Keramik) mit Beschichtung verwendet haben.

Aktuell ist biologisch abbaubares Polypropylen als Alternative zu konventionellem PP jedoch leider noch nicht verfügbar. Bio-Polyethylen sowie recyceltes PET sind derzeit ebenso nicht in gleichwertiger Qualität wie herkömmliche Polypropylen-Verpackungen verfügbar. Außerdem kann bei alternativen Verpackungen derzeit häufig keine zuverlässige Verfügbarkeit garantiert werden. Erste Ansätze für nachhaltigere, abbaubare Verpackungen bestehen, sie sind preislich aktuell jedoch noch nicht tragbar. Die Kosten für neuartige Verpackungsmaterialien würden den Wert unserer Produkte teils übersteigen und somit zu starke Preissteigerungen nach sich ziehen. Diese nicht zu vermeidende Preissteigerung müsste zumindest teilweise auf den Endkunden umgelegt werden und würde dort eher selten auf Akzeptanz und Wohlwollen stoßen.

Fazit

Wir bemühen uns als Unternehmen, Verpackungsalternativen für unsere Produkte zu finden und nehmen uns der Thematik an. Auch informieren wir uns in enger Zusammenarbeit mit unserem Verpackungshersteller über mögliche Alternativen. Um möglichst viele Rohstoffe im Wiederverwertungskreislauf zu halten und dadurch Ressourcen zu schonen,  tragen wir finanziell zur fachgerechten Entsorgung und Aufbereitung durch Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH bei.

Nun aber sind Sie als Endkonsument gefragt

Wird die leere Verpackung fachgerecht entsorgt, sprich in die gelbe Tonne oder den gelben Sack befördert, wird sie ressourcenschonend und fachgerecht sortiert, aufbereitet und dem Kreislauf wieder zugeführt. Sie landet somit weder im Wald oder auf der Wiese noch im Meer. Übernehmen Sie Verantwortung und entsorgen Sie Abfälle immer fachgerecht. Die Umwelt und die Tierwelt wird es Ihnen danken.