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Braunhirse - ein echtes Supertalent

Braunhirse

Unter allen kultivierten Getreidearten weltweit ist Hirse die älteste Sorte. Sicher kennen Sie Braunhirsemehle, aber wie gesund diese für den Menschen sind, wissen die Wenigsten. Gerade für Zähne, Knochen, Bindegewebe und Gelenke ist Braunhirse ein wahres Supertalent.

Der Anbau von Hirse ist sehr unkompliziert, da die Pflanze auf den ärmsten Böden gedeiht und zudem auch sehr gut mit Trockenheit zurechtkommt. Ein Jahresniederschlag von weniger als 500 mm ist für die Hirse ausreichend. Allerdings benötigt die Pflanze sehr warme Temperaturen. Daher sind leicht erwärmbare, lehmige bzw. humose Sandböden sehr gut geeignet. Auf den Erhalt aller Nährstoffe wirken sich besonders organische Düngung, umwelt- und bodenschonender Anbau aus.

Die Bestimmung des Erntezeitpunktes erweist sich oft als schwierig. Das Reifen der Körner erfolgt von der Rispenspitze aus. Daher kann es sein, dass die obersten Körner reif sind und bei Wind ausfallen, wohingegen die untersten Körner noch nicht völlig ausgereift sind. Die Erntezeit liegt in der Regel zwischen Ende August und Anfang September. Nach Möglichkeit sollte das Dreschen mit einer geringen Restfeuchtigkeit erfolgen und das Erntegut anschließend schnell getrocknet werden.

Braunhirse vs. Goldhirse

Die Speisehirse (sog. Goldhirse), die Sie im Geschäft kaufen können, besteht aus goldgelben Körnchen. Diese lässt sich sehr gut schälen, da die harten Fruchtschalen nicht so fest mit den Mehlkörpern verbunden sind. Normalerweise wird Goldhirse als Beilage oder als Brei serviert. Da sie immer in geschälter Form vorliegt, zählt sie nicht zu den Vollkorngetreiden. Dagegen steht die Braunhirse, welche grundsätzlich mit Schale verarbeitet wird und somit dem Vollkorngetreide zugeordnet werden kann.

Die Meinungen über das Vollkorngetreide gehen auseinander. Die einen bezeichnen sie als eine ungeschälte Speisehirse, die anderen als "spezielle Hirsesorte". Diese Hirsesorte ist zum Schälen ungeeignet, da die Schale und der Mehlkörper fest miteinander verbunden sind. Dieser enge Zusammenschluss schützt auch vor Pilzbefall bzw. -erkrankung. An den äußeren Randschichten des Getreidekorns sind die meisten Spurenelemente sowie Mineralstoffe lokalisiert. Die Braunhirse wird in Spezialmühlen, sogenannten Zentrophanmühlen, gemahlen.

Verarbeitung zu Braunhirsemehl

Da die Randschichten der Braunhirse zu hart sind, kann man sie nicht wie Vollkornhafer oder Vollkornreis essen. Vor einem Verzehr müssen die Randschichten entfernt werden, weil sie für Menschen unverdaulich und zu hart sind. Daher erhalten Sie die Hirse nicht als Korn, sondern als feines Mehl. Zu feinem Mehl verarbeitet kann die Braunhirse ihre Wirkung in Getränken und Speisen besonders gut entfalten. Zudem kann sie kleine Mengen anderer Mehle beim Brotbacken ersetzen. Die feine Vermahlung zu Mehl macht die wertvollen Inhaltsstoffe der Hirsekorn-Randschichten für den menschlichen Körper zugänglich und somit verwertbar.

Braunhirse ist von Natur aus glutenfrei

Beide Hirsesorten sind von Natur aus glutenfrei. Damit enthält das Vollkorngetreide kein Gluten, welches auch als Klebereiweiß bekannt ist. Andere Getreidearten wie Roggen, Dinkel, Weizen und Hafer enthalten dieses Klebereiweiß.

Das Wichtigste steckt in der Schale

Bevor die Speisehirse in den Handel kommt, wird sie geschält und entspelzt. So kann die schlechte Verdaulichkeit, "der herb-bittere Geschmack sowie der sandige und harte Kaueindrucks" reduziert werden. Allerdings gehen dabei die Inhaltsstoffe zum größten Teil verloren, wobei unerwünschte Verunreinigungen (wie z.B. Schimmelpilze) entfernt werden und die Verdaulichkeit deutlich verbessert wird. Mittels der Zentrophan-Technik werden die Spelze und Schale zu Mehl einheitlich verarbeitet. Selbst schwer schälbare Sorten werden damit zerkleinert.

Die Wirkung der Hirse

Braunhirse enthält Calcium und Vitamin C. Ein besonders wertvoller Mineralstoff, den die Braunhirse liefert, ist das Silicium (in Form von Kieselsäure). Kieselsäure besteht zu einem Drittel aus Silicium, einem Spurenelement, das auch im menschlichen Körper zu finden ist. Dort findet es sich insbesondere im Bindegewebe, in der Haut, den Zähnen und in den Knochen – insgesamt 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Es ist auch unverzichtbarer Baustein der Knorpelmasse und Gelenke. Besonders mit zunehmendem Alter beginnt die Knorpelabnutzung, Gelenksbeschwerden häufen sich und finden meist in einer Arthrose-Erkrankung ihren Gipfel. 

Gesunde Gelenke

Die ursprünglich siliciumreichen Lebensmittel (Getreide) werden im Rahmen der modernen Ernährungsweise stark verarbeitet verzehrt (Weißmehl und Produkte daraus). Bei dieser Verarbeitung wird ein Großteil des enthaltenen Siliciums entfernt. Die bekannten Getreide wie Roggen und Weizen gehören mit nur etwa 0,06 und 0,11 Milligramm Silicium pro 100 Gramm nicht gerade zu den Silicium-Spitzenreitern (Auch die Goldhirse, die geschält ist, soll nur 0,36 Milligramm pro 100 Gramm enthalten). Etwas besser verhält es sich mit Hafer, der in Form von Haferflocken etwa 11 Milligramm Silicium enthält.

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